Kiwi Insel – Stewart Island

Südlicher geht nun nicht mehr. Viele denken bei Neuseeland an Nord- und Südinsel aber Stewart Island wird gern übersehen. Die Insel hat im Süden als Nachbarn nur noch die Antarktis. Und…sie ist die Insel und Heimat von fast 1/3 der in Neuseeland lebenden Kiwis. Hier sind sie sogar am Tag aktiv weil sie keine Feinde haben die sie in die Nacht verdrängt haben. Also, die Chancen jetzt einen in freier Wildbahn zu sehen standen so gut wie nie. Um die Spannung nicht ins unermessliche zu steigern…nein ich haben leider leider trotzdem keinen gesehen. Nur gehört. Cordula hat nachts keine zwei Minuten bevor ich auf Toilette bin einen gesehen…verdammt 😄. Aber ohne Kontaktlinsen und Brille wäre ich im Dunkel vielleicht noch über ihn gestolpert und hätte ihn erst nicht gesehen 😂.
Der Weg nach Stewart Island ist recht beschwerlich. Zumindest war er das für mich… Eine Stunde Überfahrt in einem Mini-Katermaran bei „etwas“ rauher See. Also sprich 4 Meter hohe Wellen!! Und wenn man den Magen meiner Mum geerbt hat (sorry Mama ist aber leider so 😄) dann ist das echt kein Spaß. Details erspare ich euch. Es gibt im übrigen Beweisvideos. Also nicht von mir. Aber der Überfahrt 😄. Jedenfalls war ich glücklich die Fahrt überstanden zu haben und war schon sehr gespannt auf die einsame Insel und Wildnis. Angekommen in Oban der ‚Hauptstadt‘ und einzigem Ort mit 600 Einwohnern, erst mal in den hiesigen Pub den Magen beruhigen. Wir haben auch wieder alles richtig gemacht und saßen bei schönem Wetter im Pub um dann bei Regen loszulaufen. Regen sind wir ja schon gewöhnt also…so what 😄. Entlang der Küste ging es zuerst noch auf der Straße zur Horseshoe Bay. Stewart Island besitzt bei einer Größe von 1680 km2 ein stattliches Straßennetz von sage und schreibe 25 km. Dafür aber 275 km Wanderwege. Beim Beginn des Rakiura Tracks (Rakiura ist der Maori Name von Stewart Island) fanden wir dann die Ankerkette wieder von der der zweite Teil im Hafen von Bluff auf der Südinsel zu sehen ist. Und an der Stelle erkläre ich nun die Geschichte mit dem Anker. Man sagt dass Stewart Island der Anker ist der das Boot (die Südinsel) hält um den Fisch (die Nordinsel) zu fangen. Finde ich sehr niedlich 😊.

Unser Tagesziel war die Port Williams Hut. Mal wieder direkt am Meer gelegen in einer wunderschönen Bucht. Mehr als 200 Höhenmeter sollten wir laut Beschreibung nicht vor uns haben. Außerdem geht es ja immer flach am Strand entlang… Denkste! ‚Undulating‘ ist nun unser neues Lieblingswort 😄😄. Heißt nix anderes als hoch, runter, hoch, runter, hoch, runter…. Wellig. Aha. Hügelig. Hm. Von wegen. Teilweise echt ganz schön steil und jedesmal wenn es runter ging der Gedanke: Verdammt das muss…äh darf ich gleich wieder hoch laufen. Der Weg war jedenfalls toll. Abwechslungsreich durch Wälder, über Hängebrücken, Strand und Dünen. Tolle Muscheln haben wir am Maori Beach gefunden!!

 Die Hütten auf dem Track sind noch etwas einfacher als die der anderen ‚Great Walks‘. Gaskocher muss man selbst mitbringen und Toilettenpapier ist auch Fehlanzeige. Dafür wieder jede Menge Sandflies die schon darauf lauern dir auf dem Plumpsklo in den Hintern zu stechen 😂.

Tag 2 war dann mit 13 km der Längste von den insgesamt 32 km. Wir wussten schon dass es landschaftlich nicht besonders spannend werden würde dafür wunderbar undulating 😄. Es ging einmal quer durch Wälder von der Wooding Bucht in die North Arm Bucht. Wirklich spannend sollten nur die Matschlöcher sein denen wir ausweichen mussten um nicht bis zum Knie im Morast zu versinken und natürlich unser Ziel. Die Stille auf dem Track war herrlich. Kaum Leute unterwegs. Nur die paar die auch in die Hütten passen. Nett auch der Halfway Tree 😂

Sehr fasziniert am Weg haben mich die vielen Schirmmoose. Die sehen aus wie ein Teppich aus lauter kleinen Schirmen. Hab leider vergessen nachzusehen ob Elfen oder Einhörner darunter leben 😊🦄.

Sie sehen jedenfalls irgendwie Märchenhaft aus. Am Abend wurde es fast noch ein wenig besinnlich. Hüttenromantik zum 1. Advent 😊.   
Tag 3 war dann mit 11 km zwar nicht viel kürzer aber dafür etwas weniger undulating und daher waren wir auch schneller. Trotzdem waren wir uns am Ende einig dass es nun erst mal gut ist mit undulating 😄😄.

Mittags erreichten wir wieder den Pub und genossen erst mal das herrliche Wetter, eine Toilette ohne Sandflies und ein kleines Mittagessen…ob das eine gute Idee wäre so kurz vor der Fährfahrt??? Ja. Sollte es sein. Diesmal wunderbares Wetter. Eine Fahrt wie aus dem Bilderbuch mit glatter See (…pfff das ist ja was für Anfänger 😄), begleitet von Albatrossen und Bottlenose Delfinen.

Das sind mit die größten Delfine die es gibt. Ganz neugierig haben sie uns begleitet. Und wisst ihr welches die größten Delfine sind?? Orcas!!! Ja. Die zählen wohl noch zu den Delfinen. Ihr sagt jetzt vermutlich: Mensch Hübnerin. Das weiß man doch. Ich sag nur: Mut zur Lücke…man lernt nie aus 😂!!
Letzte Nacht dann nochmal Invercargill bevor wir heute Richtung Dunedin fahren. Lasst es euch gesagt sein: wenn ihr nicht nach Stewart Island wollt könnt ihr Bluff und Invercargill getrost auslassen 😄. Eine Neuseeländerin auf dem Track meinte Invercargill sei die Achselhöhle und Bluff der A…. 😂. Also schön ist anders. Jedenfalls haben sie Sinn für Humor bei der Weihnachtsdeko auch wenn man über Geschmack wahrlich streiten kann.    
Liebe Grüße von der Rückbank unseres Busses. Eure Tanja.

PS.: Apropos Rückbank…immer diese Paparazzi 😄

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