Neuseeland, Schottland oder doch Italien? 

Diese Frage stellt man sich in Dunedin und der Otago Halbinsel. Dunedin wird erst mal ganz anders ausgesprochen als jeder denkt. Wir lagen alle falsch 😄. Alle sagten ‚Dandin‘. Naja..nicht ganz. Die Betonung liegt auf dem e in der Mitte und wird somit korrekt ‚Daniden‘ ausgesprochen 😄. Fast so wie bei der seltsamen Aussprache von Edinburgh 😁. Und da wären wir dann auch schon im richtigen Land. Was hat Schottland mit Dunedin zu tun? Jede Menge… Dunedin bezeichnet sich als die schottischste Stadt außerhalb Schottlands und als das südliche Edinburgh. Straßen und Ortsteile tragen die gleichen Namen wie die nördliche, europäische Schwester. So zum Beispiel Portobello 🙄 äh Moment…schottisch? Das klingt in meinen Ohren eher nach Sonne, Strand, Meer und Bella Italia. Na sei es drum. Jedenfalls hat uns die Stadt schottisch, kalt und nebelig begrüßt.

Wir kamen aus wunderbarsten Sommerwetter. Zuerst noch etwas trüb bewunderten wir einen versteinerten Wald in der Curio Bay. Im ersten Moment hatte ich die Stämme und Hölzer gar nicht gesehen und dachte mir nur wir kurios diese steinerne Küste aussieht. 

  

  

Auf dem Weg zum Nugget Point wurden wir dann von seltenen Falken begleitet. Der Nugget Point ist ein toller Aussichtspunkt mit Leuchtturm und wunderschönen Felsformationen die vor der Küste im Meer liegen. Und wenn man diese Felsen etwas länger betrachtet hat, konnte man Seelöwen und Robben faul in der Sonne liegen sehen. Der Leuchtturm ist der älteste Leuchtturm Neuseelands. 

 

Dann ging es direkt weiter nach Dunedin. Wobei nicht ganz. Unser Ziel hieß Larnach und meine Researchfähigkeiten hatten schon im Vorfeld ergeben dass wir nach der Beschreibung in unserem Tourblatt ‚rustikale Lodge mit gemeinsamen sanitären Einrichtungen‘ eigentlich nur in Larnach Castle sein konnte. Ein Schloss?!?? Und wir dürfen dort nächtigen? Im übrigen das Einzige Neuseelands. Unsere Zimmer lagen im umgebauten Pferdestall. 

  

  

  

Toll sag ich euch. Richtig nett und gepflegt. Eine umwerfende Parkanlage um uns rum. Bei unserer Ankunft war es ja leider wahnsinnig nebelig aber man konnte die Schönheit schon erahnen. Schnell unsere Zimmer bezogen und weiter ging es im Nebel entlang der Küste bis zum Ende der Otago Halbinsel. Dort hat eine große Royal Albatros Kolonie ihre Heimat. Faszinierende Tiere. Wunderbar elegante Gleiter. Und drum herum brüten in den Felsen Möwen und Kormorane. Da gibt es jede Menge zu beobachten. Leider leider ist mir kein Albatros so richtig gut vors Objektiv geflogen. Wusstet ihr, dass ein Albatros in seinem ersten Jahr von seinen Eltern nur gemästet wird und erst mal keinen Meter fliegt? Und nach diesem Jahr wird er erst mal auf Diät gesetzt und sobald er fliegen kann fliegt er 5 Jahre!!!! NONSTOP. Ohne Pause. Die sind doch verrückt. Und…im Albatrosreich gibt es auch sowas wie Scheidung… Offenbar hat wohl in der Kolonie eine Dame den Gatten gewechselt 😄. 

   
Am Tag drauf zog es uns noch vor dem Frühstück in die wunderschöne Parkanlage. Wirklich trauuuuuumhaft schön. Liebevoll angelegt und in der Mitte das Schlösschen. Es hat schon sehr viel schottisches. Bevor die Touristenmassen den Park stürmen durften erkundeten wir alles vor den regulären Öffnungszeiten mit toller Aussicht vom Turm des Schlösschens. 

  

  

     
   
Nach der Abreise fuhren wir zuerst nach Dunedin besichtigten den wunderschönen Mosaikbahnhof und das süsse Städtchen. Dunedin steht sogar im Guinnessbuch mit der steilsten Straße der Welt. Die Baldwin Street mit 38% Steigung!!! Das kam daher, dass die Straßen am Reißbrett entstanden sind und man die Topographie der Stadt nicht recht kannte 😄. 

  

  

  

  

  

Dann ging es noch ein Stück an der Küste entlang bevor wir ein letztes Mal Richtung Berge abbiegen sollten. Twizel war nun unser letztes Ziel vor Christchurch. Vorbei an den Moreaki Boulders zu denen wir noch einen ganz tollen Spaziergang am Strand machen konnten. Dort sieht es so aus als hätten Riesen Bowling gespielt. Leider recht viele Touristen dort. Und die Boulders waren toll aber wir haben uns über den Gang am Strand noch viel mehr gefreut. Manchmal sind es eben doch die kleinen Dinge 😊. 

  

  

  

  

Am Abend erreichten wir die Weltstadt Twizel…naja vielleicht nicht ganz Weltstadt 😄. Jedenfalls perfekter Ausgangspunkt für unsere Tagestour auf den Mount Ollivier zur Mueller Hut. Es lagen 2200 Stufen vor uns…juhuuu. Und der Wetterbericht war mal wieder voll auf unserer Seite. Wetterumschwung und Dauerregen. Naja. Wir hätten es auch nach nun vier Wochen kaum anders erwartet… Die Alpinisten unter euch wissen natürlich dass der Mt. Ollivier der erste wichtige Berg im Leben von Sir Edmund Hillary war. Und den kennt ihr natürlich auch oder? 😉 Wenn nicht…dürft ihr mich sehr gerne fragen. Jedenfalls unsere Chance auf quasi historischen Spuren zu wandeln. Frohen Mutes starteten wir am nächsten Morgen mit einer unglaublichen Vorfreude auf die 2200 Stufen 😳 und fuhren aus recht gutem Wetter in eine schwarze Regenwand. Tja und dann….ging es los….und hörte bis 15 Uhr nicht auf aus Eimern zu gießen. Wir hatten ja noch die Hoffnung wenigstens ne kleinere oder abgekürzte Tour gehen zu können. Oder etwas ins Hooker Tal oder wenigstens zum Tasman Glacier…aber nix. Es ging gar nichts und unsere Stimmung war dann leider auch entsprechend schlecht. Ein Teil von uns hat dann zumindest die Chance ergriffen ins Hillary Museum zu gehen und etwas mehr über ihn zu erfahren. Dabei haben wir dann noch einen tollen 3D Film über den Mount Cook, den höchsten Berg Neuseelands gesehen. Wenigstens sahen wir da noch ein paar schöne Bilder der beeindruckenden Landschaft und wie es hätte sein können. Kaum raus aus dem Tal…Sonne. Verrückt. 

  

Neuseeland möchte soweit ich das bisher sagen kann wohl unbedingt dass ich wiederkomme und die nicht gemachten Touren und nicht gesehenen Gipfel wegen des schlechten Wetters nachhole 😄. Tongario, Routeburn, Mt Ollivier, Abel Tasman und Milford Track. 

Heute nun unser letzter gemeinsamer ganzer Tag. Es geht nach Christchurch. Sehr seltsam nach so viel Natur und wilder Schönheit wieder in einer lauten Stadt zu sein. Christchurch wurde 2011 schwer durch ein Erdbeben der Stärke 6,3 beschädigt. Über ein Jahr kam die Erde nicht wirklich zur Ruhe. Noch heute ist hier viel zerstört oder Baustelle. 

   
    
Irgendwie fühle ich mich hier als Tourist fehl am Platz und somit ist es ganz gut etwas außerhalb zu übernachten. Tja und morgen heißt es dann Abschied nehmen. Ich fürchte schon das wird schwerer als gedacht. Der Haufen ist mir doch sehr ans Herz gewachsen. Es waren tolle und anstrengende vier Wochen. Wir haben viel zusammen gelacht, geratscht und über Gott und die Welt philosophiert. Ich fahre dann mit zum Flughafen und hole mein Auto ab. Dann noch ein gemeinsames Frühstück und während die restlichen 7 in den Flieger steigen fahre ich in den Süden von Christchurch auf die Onuka Farm auf der Banks Peninsula. 

So ihr Lieben. Kommt gut in den Freitag. Ich melde mich wieder wenn ich die wiedergewonnene Freiheit genossen habe oder die plötzliche Einsamkeit verkraftet habe 😄😄. Vermutlich werd ich plötzlich völlig orientierungslos sein weil 1. kein Frühstück mehr um 7 Uhr, 2. niemand der sagt wo es lang geht, 3. kein Gruppenzwang mehr. Das pack ich ja gar nicht mehr… 😂. 

Eure Tanja 

Mal wieder ein PS.: heute Postkartenwetter und Aussicht mit kilometerlange Lupinenfeldern an der Straße und Aussicht auf den Mount Cook – so ein blöder Hund aber auch 😄

    
    
     

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